Warum ich WordPress-Websites nur ungern bei IONOS betreue

Webhosting ist wichtig. Man sollte es nicht bei IONOS tun. Das Bild zeigt die symbolhaft die technischen Strukturen einer Webseite

Wer eine WordPress-Website betreibt, denkt beim Hosting oft zuerst an den Preis – und zu oft an IONOS. Das ist verständlich. Denn die massive Werbung verspricht günstige Tarife, kostenlose Domains und einen schnellen Start. IONOS ist Marktführer und gehört einem Milliardär. Da wundert einem nichts mehr.

Die Marktmacht von IONOS ist beängstigen. Fachfremde Webseiten-Betreiber kennen oft nur diesen Webhoster, für den das Geschäft mit dem Website nicht mal das Hauptgeschäft ist. Trotzdem kommen viele nicht auf die Nachteile, die das haben könnte: Die Erreichbarkeit des Supports, der Preis für den scheinbar geringen Preis, die Benutzerführung in den Einstellungen, die Sicherheit, die oft extra kostet usw.

Denn spätestens dann, wenn eine Website gewartet, repariert oder im Notfall wiederhergestellt werden muss, zeigt sich, wie wichtig die technische Infrastruktur im Hintergrund wirklich ist.

Nach vielen Jahren als WordPress-Webdesigner und Wartungsdienstleister habe ich deshalb eine klare Meinung entwickelt: Ich empfehle meinen Kunden in der Regel, ihre WordPress-Websites NICHT bei IONOS zu hosten.

Professionelle WordPress-Wartung braucht Zugriff

Eine Website besteht nicht nur aus dem WordPress-Backend, das der Kunde täglich sieht. Für eine zuverlässige technische Betreuung benötigt ein Webentwickler im Idealfall Zugriff auf mehrere Ebenen des Systems.

Dazu gehören:

  • das WordPress-Backend,
  • die Dateien auf dem Server per SFTP,
  • sowie der Zugriff auf die Datenbank.

Im normalen Alltag wird davon oft nur ein Teil benötigt. WordPress-Updates, Plugin-Aktualisierungen oder kleinere Inhaltsänderungen lassen sich häufig direkt über das Backend erledigen.

Komplizierter wird es allerdings, wenn etwas schiefläuft.

Der Ernstfall kommt meistens überraschend

In der Praxis gibt es viele Situationen, in denen ein Webentwickler deutlich tiefer ins System eingreifen muss.

Zum Beispiel wenn:

  • ein Update fehlschlägt,
  • ein Plugin die Website lahmlegt,
  • eine Fehlermeldung vom Typ „500 Internal Server Error“ erscheint,
  • Schadsoftware entfernt werden muss,
  • eine beschädigte Website wiederhergestellt werden soll,
  • oder ein Backup eingespielt werden muss.

Ohne Zugriff auf Dateien und Datenbank sind die Möglichkeiten in solchen Fällen oft stark eingeschränkt.

Dann wird aus einer Reparatur von wenigen Minuten schnell eine langwierige Angelegenheit.

IONOS macht technische Betreuung unnötig kompliziert

In den vergangenen Jahren habe ich bei IONOS immer wieder ähnliche Schwierigkeiten erlebt.
Dazu gehören beispielsweise:

  • komplexe Benutzer- und Rechteverwaltung,
  • mehrstufige Sicherheitsabfragen,
  • zusätzliche Telefon-PIN-Verfahren,
  • eingeschränkte Möglichkeiten für technische Dienstleister,
  • sowie vergleichsweise unübersichtliche Verwaltungsoberflächen.

Natürlich haben diese Sicherheitsmaßnahmen ihre Berechtigung. Niemand möchte, dass fremde Personen Zugriff auf die eigene Website erhalten. Das Problem entsteht dann, wenn die Sicherheit die eigentliche Arbeit behindert.

Sicherheit und Wartbarkeit müssen zusammenpassen

Ein professioneller Webentwickler benötigt keine vollständige Kontrolle über das Kundenkonto. Er benötigt lediglich die Zugänge, die für seine Arbeit erforderlich sind.

Wenn diese Zugänge nur mit erheblichem Aufwand eingerichtet werden können oder im Ernstfall nicht verfügbar sind, leidet die Reaktionsgeschwindigkeit.

Gerade bei geschäftlich genutzten Websites zählt im Notfall jede Minute.

Wenn die Website eines Unternehmens nicht erreichbar ist, möchte niemand zunächst stundenlang Benutzerrechte, Zwei-Faktor-Authentifizierungen oder Hotline-Prozesse klären.

Dann muss die technische Hilfe sofort beginnen können.

Der günstigste Hoster ist selten die günstigste Lösung

Viele Hosting-Angebote werben mit Kampfpreisen. Eine Domain kostenlos. Das erste Jahr für einen Euro. Unbegrenzter Speicherplatz.

Doch die entscheidende Frage lautet nicht: „Was kostet das Hosting heute?“ Sondern: „Wie gut lässt sich damit morgen arbeiten, wenn etwas kaputtgeht?“

Die Kosten einer einzigen Stunde Ausfallzeit übersteigen häufig die Ersparnis vieler Jahre günstigen Hostings.

Worauf Unternehmen beim Hosting achten sollten

Wer eine geschäftliche WordPress-Website betreibt, sollte bei der Auswahl seines Hosters andere Kriterien in den Vordergrund stellen.

Wichtig sind vor allem:

  • schnelle und unkomplizierte Zugriffsverwaltung,
  • transparente Verwaltungsoberflächen,
  • zuverlässige Backup-Möglichkeiten,
  • einfacher Zugriff auf Dateien und Datenbanken,
  • sowie ein kompetenter technischer Support.

Denn Hosting ist keine Nebensache. Hosting ist die technische Grundlage der gesamten Website.

Gute Infrastruktur merkt man erst im Notfall

Solange eine Website problemlos läuft, wirken viele Hosting-Anbieter ähnlich. Die Unterschiede zeigen sich erst dann, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn Updates scheitern. Wenn die Website plötzlich nicht mehr erreichbar ist. Oder wenn ein Entwickler schnell eingreifen muss.

Dann entscheidet nicht das Marketingversprechen auf der Startseite des Hosters über den Erfolg der Rettung. Dann entscheidet die Qualität der Infrastruktur. Und genau deshalb lohnt es sich, bei der Wahl des Hostings genauer hinzusehen. Denn IONOS und andere „große“ Anbieter, liefern nicht das, was erfolgreiche Webseiten brauchen. Und haben eine oberflächlich nicht sichtbare „dunkle Seite“.

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