E-Book-Besprechung: WordPress Performance – Ladezeiten im Halbsekundenbereich von Andreas Hecht

eBook Cover: WordPress Performance - Ladezeiten im Halbsekundenbereich von Andreas Hecht

Andreas Hecht bringt die Sache im Teaser zu seinem E-Book WordPress Performance ohne Umschweife auf den Punkt: „Du hältst eine Ladezeit von einer halben Sekunde für ganz normale Blogs mit vielen Grafiken auf der Startseite für unrealistisch? Das ist es absolut nicht. Es ist durchaus real, auch Deine Website kann so schnell laden. Allerdings ist es viel Arbeit. Doch das dürfte kein Problem für Dich sein, denn ich führe Dich Schritt für Schritt durch die nötigen Arbeitsschritte.“

Dass die Ladezeit einer Website ein immer wichtigerer Ranking-Faktor ist – also für die Bewertung deiner Website durch Google von großer Bedeutung – hat sich mittlerweile rumgesprochen. Vor allem für die mobile Ansicht. Was aber nicht so bekannt ist, ist wie schwierig es sein kann, eine vernünftige Ladezeit – WordPress Performance – technisch zu gewährleisten.

Aus meiner Sicht ist hier als erstes das Hosting zu nennen. Obwohl alle zur Verfügung stehenden Daten belegen, dass Bilder sehr oft für lange Ladezeiten einer Seite verantwortlich sind. Selbstverständlich gibt es weitere Faktoren, wie das Caching (Cache) und die Komprimierung des Codes (HTML, CSS). Performance ist auch ein redaktionelles, strategisches Thema, aber in erster Linie ein technisches. Wenn man etwa große Website mit sehr viel Content, Bildern und Funktionen aufruft, beispielsweise spiegel.de oder welt.de, ist man erstaunt, wie schnell diese Seiten laden. Und wie langsam manche WordPress-Seite dagegen ist, die nicht mal ein 10tel des Umfangs der genannten Seiten auf der Startseite anzeigt. Weshalb das so ist und was man dagegen tun kann, erfährt man in dem vorliegenden eBook.

Wo Licht ist ist auch Schatten im E-Book WordPress Performance

Natürlich: Wie beschrieben ist das Hosting die Basis einer guten Performance einer Website. Andreas Hecht geht aus diesem Grund in seinem E-Book (übrigens von 2016) so weit, dass er konkrete Hoster empfiehlt. Das ist ein zweischneidiges Pferd. Hecht empfiehlt auf Seite 18 (von 63) „Managed-Root Cloud Server von hostNET“. Seine Argumentation ist vielleicht nachvollziehbar, nur ist dieses Paket von diesem Hoster ausschließlich was für Techniker und Nerds. Andere, wie ich, WordPress-Webdesigner etwa, verstehen von der Server-Konfiguration zu wenig, als dass sie sich lange damit aufhalten können. Für Laien, für Blogger ist dieses Hosting-Paket absolut nicht geeignet. Das führt uns zu der Frage, für wen dieser PDF-Ratgeber eigentlich geschrieben ist.

Nicht für Laien und auch nicht für erfahrene Profis. Für fortgeschrittene Betreiber von WordPress-Seiten  eher. Oder für Techniker, die sich in die Bedingungen von WordPress einarbeiten wollen. Ich profitiere von dem Buch, aber streckenweise, wie etwa der Hosting-Abschnitt, ist mir das zu „nerdig“.

Aber Hecht empfiehlt ein paar Seiten weiter denn noch das Hosting von RAIDBOXES, wie ich es auch meinen eigenen Kunden nahelege, wenn es um Ladezeiten und Performance geht. Im Buch findet sich an dieser Stelle auch der Satz „Wo Licht ist, ist auch Schatten“. Genau das, würde ich eher für Root-Server von host.NET behaupten und eben nicht über RAIDBOXES. Ich finde es gut, wenn mir der Rücken von komplizierten technischen Fragen des Hostings und Cachings vom Hoster abgenommen wird … Das ist aus meiner Sicht ja der Sinn der Sache. Nerds, die das anders wollen, brauchen vielleicht auch dieses Buch von Hecht nicht.

Ich glaube daher, dass die Frage des Hostings, so berechtigt sie auch beim Thema Performance ist, im vorliegenden Buch zu viel Platz eingenommen hat. Ein Blog-Artikel als Ergänzung zum Buch hätte da gereicht. Natürlich muss man verstehen, weshalb das Hosting so wichtig ist und das wird ja auch im Buch erklärt. Aber die Datenblätter der Hoster im E-Book abzubilden halte ich für übertrieben.

Ladezeit im Halbsekundenbereich

Erst ab der Hälfte der Schrift wird es wesentlich, kommt die Sache auf den Punkt: Auf den Code und die konkreten Maßnahmen in der Installation und im WordPress-Theme. Also zum Beispiel die Perfomance aller Plugins mit dem „P3“-Plugin (Plugin Performance Profiler) zu messen und die langsamen rauszuwerfen. Praktikabel ist das meistens nicht, denn oft wird die Funktion gebraucht und man muss andere Maßnahmen ergreifen, die Performance zu verbessern, als eine Funktion zu entfernen.

Eher interessant ist das Ausmisten des Theme-Headers, aber das sollten nur sehr erfahrene Nutzer tun. Es folgt das extreme wichtige Thema der Bildoptimierung, das ich gleich nach dem Hosting setzen würde. Im E-Book wird klar und deutlich erklärt, was mit den Bildern zu tun ist, um die Seite schneller zu machen. Auch hier wird es sehr fachlich, so dass man den Eindruck gewinnt, das Buch richtig sich doch eher an Entwickler, Programmierer und absolut nicht an Blogger oder Webdesigner. Natürlich sind die Übergänge fließend.

Auch das Thema „Google Fonts“ fehlt hier nicht, was ich persönlich für überbewertet halte. Wichtiger noch ist selbstverständlich das Caching der Seite, das ich neben gutem Hosting und der Bildoptimierung als wichtigste Maßnahme ansehe und die Sache mit den JavaScript- den CSS-Dateien. Ihre Reduktion ist längst Standard im Web. Welche Maßnahmen man ergreifen kann und sollte, beschreibt Andreas Hecht hier ausführlich.

Fazit

„Dieses E-Book versetzt dich in die Lage, deine WordPress-Website effektiv dermaßen schnell zu machen, dass Google und deine Leser hoch begeistert sein werden“, heißt zu dem E-Book von Andreas Hecht, das Dr. Web hat herausgebracht hat. Es gibt auch eine Variation des Buches bei Amazon. Dort heißt es WordPress Highspeed Websites: Ladezeiten im Halbsekundenbereich. So funktioniert das heute. Oftmals ist das Rad nicht neu zu erfinden, sondern man setzt auf den vorhandenen Veröffentlichung auf, ergänzt oder reduziert sie und bringt sie selber oder bei einem renomierten Vertrieb heraus. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Es ist ein Fachbuch und sicher nicht für den Laien geeignet. Für Interessierte, ehrgeizige WordPress-Seiten-Betreiber lohnt sich diese kleine Fortbildung für 10,- Euro auf jeden Fall. Ob ihre komplexe Seite dann am Ende eine halbe Sekunde Ladezeit braucht, sei jedem zu wünschen. Ich fürchte jedoch, dass das nicht so ohne Weiteres möglich ist. Es sei denn, man folgt den Anleitungen im Buch konsequent – und wer kann das schon – und reduziert auch Funktionen und Inhalte. Aber wer macht das schon?

Das Theme Ladegeschwindigkeit wird uns noch eine Weile beschäftigen, obwohl alles daran arbeitet, diese zu verbessern. Nicht zuletzte aufgrund des Drucks von Google. Die Hostingpakete verbessern sich – da meine ich aber nicht die von STRATO oder 1&1, die nicht zu empfehlen sind, wenn man schnelle Seiten möchte – PHP ist mit Version 7.2 viel schneller geworden, WordPress wird immer effektiver und die Tools zur Bildoptimierung ebenfalls. Irgendwann wird das alles nicht mehr so wichtig sein, weil die Technologien ausgereift sind und alle Seiten schnell laden. Das kann aber noch eine Zeit lang dauern. Bis dahin gibt es für uns Webmaster und Webdesigner noch viel zu tun. Dieses Büchlein hilft dabei ein Stück.

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